Kausalsätze und der Dativ – Wegen dem Wetter fiel die Radtour aus

Ein Klassiker unter den Alltagsfehlern in der deutschen Sprache ist die falsche Verwendung des Dativs. Gerade hinter der Präposition “wegen” hält sich der Dativ wacker im alltäglichen Sprachgebrauch. Hierdurch entstehen Sätze wie “Wegen dem Wetter fiel die Radtour aus” oder “Aufgrund dem Unfall ist die Straße gesperrt”. Dass an den Sätzen etwas nicht stimmt, sagt bereits das Bauchgefühl, doch ist die Verwendung des Dativs in diesen Fällen überhaupt falsch? Nein, sagt der Duden, der dies bewusst als Umgangssprache durchgehen lässt.

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Der Grammatik folgend – Kausalsätze und der Dativ – Erklärungen und Beispiele

Die Grammatik hat eine klare Antwort auf die Fortführung von Kausalsätzen. Nachdem Sätze mit “wegen”, “aufgrund” oder “infolge” begonnen werden, muss der Genitiv folgen. Dazu wird ein Wort aus des/der genommen und das Nomen im maskulinen und neutralen Fall mit einem s versehen. Hieraus ergeben sich folgende Beispiele:

Der Unfall (m): Wegen des Unfalls entstand ein Stau.
Die Schranke (f): Wegen der geschlossenen Schranke kamen sie zu spät.
Das Unwetter (n): Wegen des Unwetters flohen sie in die nahe Scheune.
Die Räuber (pl.): Wegen der Räuber hatte er Angst.

Verfechter des Dativs auf sicherer Seite

Auch wenn die Grammatik eine klare Regel vorgibt, haben Verfechter des Dativs den Duden auf ihrer Seite. Die Hüter der deutschen Sprachen erlauben den Dativ in Kausalsätzen als Umgangssprache oder regionale Verwendung. Insbesondere in der gesprochenen Alltagssprache findet der Dativ nach dem Wort “wegen” eine erlaubte Verwendung. In der Schriftform sollte jedoch immer korrekt mit dem Genitiv gearbeitet werden. Hier trifft Umgangssprache selten auf positiven Anklang. Auch hinter den Wörtern “aufgrund” und “infolge” klingt der Dativ im Alltag falsch. Hier nutzen Muttersprachler instinktiv den korrekten Genitiv. Vielleicht aus dem Grund, dass die Einleitungen sich förmlicher anhören und daher bewusster auf Regeln geachtet wird.

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Sonderfall Nomen ohne Artikel

Was wäre eine Regel ohne ihre Ausnahmen. Im Fall der Kausalsätze bilden die Nomen ohne die Verwendung von Artikeln diese erwähnten Ausnahmen. Hier ist die Verwendung vom Dativ korrekt. “Wegen Unfällen musste die Autobahn gesperrt werden”, ist ein korrekter Satz, in dem der Dativ nach dem Wort “wegen” genutzt werden muss. Bekommt das Nomen hingegen einen Artikel oder ein Adjektiv, so kommt der Genitiv zur Anwendung. In dem Fall hieße der Satz “Wegen der Unfälle musste die Autobahn gesperrt werden” oder “Wegen schwerer Unfälle musste die Autobahn gesperrt werden”. Ein Sonderfall für die korrekte Dativverwendung im Singular bildet folgendes Beispiel: “Wegen Umbau bleibt das Kino geschlossen”. Auch hier fehlt dar Artikel, der den Satz ins Genitiv rücken würde: “Wegen des Umbaus bleibt das Kino geschlossen.”

Wegen mir ist Umgangssprache

Ein Alltagsfehler, der im gleichen Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben soll, ist die Verwendung von Reflexivpronomen nach dem Wort “wegen”. Hiermit soll eine Meinung ausgedrückt werden, die jemand vertritt. “Wegen mir können die Sachen weg” ist ein Beispiel, welches sich vom Gefühl her falsch anhört, aber ebenfalls von der akzeptierten Umgangssprache gedeckt wird. Richtigerweise müssen “wegen mir”, “wegen dir” oder “wegen uns” jedoch durch die Wörter meinetwegen, deinetwegen oder unseretwegen ersetzt werden, was in der geschriebenen Sprache auf jeden Fall gemacht werden sollte.

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