Anglizismen in der deutschen Sprache

Die deutsche Sprache besteht nicht nur aus Wörtern, die in Deutschland verwendet werden. Wie es im Englischen auch deutsche Wörter wie Autobahn oder Kindergarten gibt, verwendet der Deutsche ebenso Wörter aus der englischen Sprache. Diese sogenannten Anglizismen sind in vielen Sprachen nicht unüblich, insbesondere da Englisch als Weltsprache gilt. So gibt es das weekend auch in Frankreich und die Welt findet alles cool. Doch so einfach wie es klingt und man die Wörter vielleicht sogar kennt, verwirren diese Anglizismen englische Muttersprachler wie Deutschlerner gleichermaßen. Zwar sind diese Wörter zwar übernommen worden, aber ihre Bedeutung unterscheidet sich oft stark von der englischen Bedeutung. Hier ein paar Beispiele:

Handy

Wir haben es alle täglich mit uns, telefonieren damit und schicken uns Nachrichten zu, unabhängig davon wo wir gerade sind. Das deutsche Wort für dieses Gerät ist das Handy. Auch wenn heute dank technischer Entwicklungen wir oft Smartphone sagen, bleibt der Begriff Handy ein fester Bestandteil der deutschen Sprache. Was Englisch klingt, hat aber mit dem ursprünglichen Wort handy nur wenig gemeinsam. handy bedeutet in der englischen Sprache so etwas wie hilfreich oder nützlich.  Zwar ist das Gerät im Alltag durchaus eine große Hilfe in vielen Situationen, aber als handy würde das kein Brite oder Amerikaner bezeichnen. Das englische Wort für Handy ist schließlich „Mobile“ oder „Cell“. So fällt mancher Deutscher peinlich im Urlaub auf, wenn er sein Handy sucht.

Shooting

Shooting kommt vom englischen to shoot. Nur hat das in der englischen Sprache wenig mit Foto schießen zu tun – das wäre schließlich take a photo. Shoot a photo würde bedeuten, dass jemand mit einem  Gewehr auf das Foto schießen – to shoot bedeutet schließlich meisten mit Schusswaffen auf Tiere oder Objekte zu schießen.  Und mit dem Fotoapparat lässt sich wohl kaum jemand erschießen. In Deutschland ist aber das Shooting ausschließlich für das Schießen von Fotos gedacht. Beim (Foto)Shooting kommt ein Fotograf und macht verschiedene Fotos von einem, z. B. vor Hintergründen und so weiter. Sterben muss deswegen keiner.

Public Viewing

Sollte ein Deutscher jemanden zum Public Viewing einladen, ist niemand gestorben. Im Gegenteil, eigentlich ist Public Viewing ein fröhliches Ereignis, das vor allem Fußballfans begeistert. Auch wenn im Englischen ein Public Viewing mit dem Tod verbunden ist und bei diesem nochmals die Gelegenheit hat den geliebten Menschen bei einer offenen Aufbahrung zu sehen, ist Public Viewing etwas völlig anderes. Deutschland ist eine Fußballnation. Und sobald die nächste Meisterschaft ansteht, sind alle Deutschen im Fußballfieber und sitzen vor den Bildschirmen. Da gemeinsam die Spiele ansehen viel mehr Spaß macht, gibt es Plätze oder Bar in denen man dann gemeinsam sein Lieblingsverein anfeuern und auf großen Leinwänden das Spiel verfolgt. Man jubelt bei jedem Tor, man weint, wenn der Verein verliert, man trinkt zusammen Bier und genießt die Zeit. Gestorben ist hierbei noch keiner.

Streetworker

Ein Streetworker verdient zwar sein Geld auf der Straße, ist aber weder beteiligt an Prostitution noch verkauft er Drogen. Auch bettelt er nicht um Geld. Er steht auf der anderen Seite, nämlich der Sozialarbeit. Ein Streetworker geht aus seinem Büro raus und hilft Menschen, die in Not geraten sind, z. B. Personen, die obdachlos sind und versuchen Menschen dabei unterstützen wieder einen Job zu bekommen oder ein Zuhause zu finden. Sie sind also Berater und Anlaufstelle für alle, die auf der Straße leben müssen, sei es wegen Armut, Flucht von Zuhause oder in Schwierigkeiten geraten und wieder ihr Leben zurück haben möchten.

Body Bag

Die Body Bag kann man auf verschiedene Art und Weise tragen, aber meistens beinhaltet sie keine Leiche, sondern vielmehr Stifte, Flaschen oder alles, was man den ganzen Tag braucht. Die Body Bag ist eine Art Rucksack, den man sich umhängen kann und der möglichst nahe am Körper getragen wird. Sie hat den Vorteil, dass sie schwer zu stehlen ist. Hier geht es also nicht um den Tod, sondern nur um eine Tasche für den Körper. Daher hat man sie besonders gerne im Urlaub dabei.

 

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