sollen und wollen zur Wiedergabe von Aussagen

Die beiden Modalverben sollen und wollen werden in der deutschen Sprache auf verschiedene Arten verwendet. So gibt es neben den objektiven Bedeutungen, auch verschiedene subjektive Bedeutungen. Die beiden Modalverben können genutzt werden, um ausdrücken, ob die weitergegeben Informationen von einem selbst stammen oder diese von anderen Personen erhalten haben. Sie verdeutlichen, dass es nicht unsere eigene Meinung ist und schaffen Distanz zu der fremden Meinung.

Beispiel

Julia: „Ich habe die Hausaufgaben gemacht.“

Julia will ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Julia behauptet, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat.

 

Julia soll seine Hausaufgaben gemacht haben.

Jemand behauptet, dass Julia die Hausaufgaben gemacht hat.

 

Wollen benutzen wir, wenn die Aussage von der Person selbst stammt. Julia hat hier selbst gesagt, dass sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. Wiederum können wir mit sollen sagen, dass eine andere Person uns etwas erzählt hat. In diesem Fall, hat Julia die Hausaufgaben nicht gemacht. Wir wissen aber nicht, ob es wahr ist oder gelogen.

Diese Verwendung der Modalverben findet sich sehr oft in Zeitungen und Berichten Verwendung. Der Journalist beschreibt damit, von wem er seine Informationen erhalten hat.

 

Der Täter soll sich im Untergrund versteckt halten und sei polizeilich bekannt.

Jemand sagt, dass sich der Täter im Untergrund versteckt hält und polizeilich bekannt ist.

 

Der Finanzminister will von den illegalen Steuereinsparungen nichts gewusst haben.

Der Finanzminister behauptet, dass er von den illegalen Steuereinsparungen nichts gewusst hat.

 

Ein Tourist soll in den Bergen tödlich verunglückt sein.

Jemand behauptet, dass ein Tourist in den Bergen tödlich verunglückt ist.

 

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