Komma oder nicht, das ist hier die Frage – Regeln zur Kommasetzung

Genau wie sich Hamlet in Shakespeares Meisterwerk die Frage nach dem Sinn seiner Existenz stellt, fragen sich zahlreiche Menschen, wann und wo sie in einem Satz ein Komma setzen müssen oder nicht. Mit einigen Tipps, Regeln und hilfreichen Erklärungen sollte die zukünftige Anwendung dieses besonderen Satzzeichens allerdings kein Problem mehr darstellen.

Das Komma zwischen zwei Sätzen

Eine der wichtigsten Anwendung des Kommas ist jene zwischen Haupt- und Nebensätzen. Wenn zwei oder mehr Sätze nicht durch eine Konjugation (=Bindewort) verbunden sind, trennt man diese durch ein Komma.

Beispiele:
“Elias hat Schmerzen, sein Bein ist gebrochen.” (Hauptsatz + Hauptsatz)
“Maria ist glücklich, weil sie eine gute Note bekommen hat.” (Hauptsatz + Nebensatz)

Die zwei Sätze erkennt man daran, dass sowohl Haupt- als auch Nebensatz ein Verb enthalten.

Die einfachste Regel: Das Komma bei Aufzählungen

Diese Kommasetzung ist für die meisten Schüler und Erwachsene am leichtesten anzuwenden. Aneinandergereihte Wörter werden durch ein Komma getrennt.

Beispiel:
“Alina hat gelbe, pinke und violette Haarspangen.”

Sind die zu trennenden Adjektive allerdings nicht gleichrangig, wird kein Komma zwischen ihnen gesetzt.

Beispiel:
“Melanie hat schöne lange Haare.”

Man erkennt gleichrangige Adjektive daran, dass sie durch eine Konjugation, wie zum Beispiel “und”, getrennt werden können. Wenn man das “und” weglässt, ersetzt man es durch ein Komma.

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Entgegengesetzte Konjugationen

Neben Konjugationen wie “und” oder “oder” gibt es auch Bindewörter, die entgegengesetzt sind. Einige Beispiele sind “aber”, “jedoch” und “sondern”. Vor diesen Wörtern setzt man immer ein Komma.

Beispiel:
“Frederick mag Baseball, aber heute hat er keine Lust zu spielen.”

Hier gilt es auch die aneinanderreihenden Konjugationen zu erwähnen. Solche sind “je – desto”, “sowohl – als auch” oder “teils – teils”. Zwischen den entsprechenden Satzteilen steht ebenfalls ein Komma.

Beispiel:
“Je mehr Dario lernt, desto besser kann er den Stoff.”

Besonders wichtig sind die Konjugationen “wie” und “als”. Oft wird das Komma gerade bei diesen Wörtern falsch angewandt. Verbinden die Bindewörter den Hauptsatz mit einem Nebensatz, muss man ein Komma setzten.

Beispiel:
“Elke ist nicht mehr so schreckhaft, wie sie es früher war.”
“Lars wollte nach draußen gehen, als es anfing zu regnen.”

Existiert allerdings kein Nebensatz, so wird das Komma weggelassen.

Beispiel:
“Tina ist so alt wie Maria.”
“Jonathan ist größer als Wiebke.”

Das Komma beim Infinitiv

In der deutschen Grammatik wird das Wort “zu” und ein Verb im Infinitiv (gehen, essen, sprechen etc.) zu einer Infinitivgruppe. Diese Struktur wird in folgenden Fällen mit einem Komma getrennt:

– Infinitivgruppen, die sich nach einem Substantiv richten:
“Greta zog sich beim Vorhaben, das felsige Gelände zu überwinden, eine Schürfwunde zu.”

– Infinitivgruppen, die mit “ohne”, “außer” oder Ähnlichem eingeleitet werden:
“Sarah verließ Felix, ohne sich zu verabschieden.”

– Infinitivgruppen, die von einem hinweisenden Wort abhängen:
“Sandra war dafür, die Schule zu schwänzen.”

Zudem gibt es einige Fälle, in denen man entweder ein Komma setzen kann oder auch nicht.

Beispiel:
“Stefan versuchte das Spiel zu gewinnen.”
“Stefan versuchte, das Spiel zu gewinnen.”

Seit der Rechtschreibreform ist es dem Schreiber selbst überlassen, ob er in solchen Fällen ein Komma setzt. Oft wendet man es an, um die Gliederung deutlich zu machen.

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