“Dass” oder “das”? – Unterschied, Regeln und Erklärung – Gar nicht so schwer!

Wie jede andere Sprache bietet auch die deutsche Sprache manche Homophone, also Wörter, die identisch klingen, aber unterschiedlich geschrieben werden. Das trifft auch auf das wichtige, Nebensätze einsetzende “dass” bzw. “das” zu. Die Konfusion dahin gehend, wann welche Schreibweise gefragt ist, zieht sich durch das Internet, aber sogar in der einen oder anderen Zeitschrift kommt es zu Fehleinsätzen. Um das Prinzip zu erläutern, ist dieser kleine Artikel gedacht. Die gute Nachricht vorweg: Es ist gar nicht so schwer, Sicherheit bezüglich der Schreibweise zu erlangen.

Relativpronomen “das”: Das Kind, das über die Straße geht …

… wird hoffentlich nicht von einem Auto überrollt. Der Satz zeigt schon einmal den Gebrauch des “das” mit einem “s” an. Hier spricht man von einem Relativpronomen, also einem Pronomen. das der näheren Erläuterung des Referenzhauptworts, in dem Fall des Kindes, dient. Der vollständige Satz aus der Überschrift könnte lauten: “Das Kind. das über die Straße geht, will unbedingt ein Eis im Eissalon gegenüber essen”. Ohne das Relativpronomen bzw. den Rest des Nebensatzes würde der Satz auch funktionieren, bliebe aber etwas unklar. “Das Kind will unbedingt ein Eis im Eissalon gegenüber essen”. Der Relativsatz erläutert also das Referenzwort, bezeichnet das ansonsten vage gehaltene Hauptwort “Kind” näher. Es ist das Kind, das über die Straße geht; aha. Zu merken für den Gebrauch des “das” mit einem “s”: Es folgt einem Substantiv (Hauptwort), keinem Verb.

“Dass” als Einleitung zu vielfältigen Nebensätzen

Nun kommen wir zu dem “dass” mit zwei “s”. “Dass” leitet immer einen Nebensatz ein, einen Satz also, der nicht allein stehen dürfte, sondern immer einen Hauptsatz an seiner Seite benötigt. Im Gegensatz zu dem Relativpronomen “das”, das oben erläutert wurde, ergänzt “dass” ein Verb. Hier folgt ein Beispiel, das das deutlich macht. “Ich möchte unbedingt, dass sich die ganze Klasse in der Aula einfindet”. Hier bezieht sich der mit “dass” beginnende Nebensatz auf das vorstehende Verb “(ich) möchte”. Um den Unterschied sofort zu erkennen, und damit “das” bzw “dass” immer korrekt zu schreiben, hilft also die kleine Hilfsfrage: Bezieht es sich auf ein Verb oder ein Substantiv (Hauptwort)? Alles ganz easy.

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Einige praktische Beispiele sollen dies erläutern

Das:

Ich sehe das rote Licht, das uns den Weg weist (Bezug Licht, Hauptwort).
Das Jahr, das mir am meisten in Erinnerung geblieben ist, ist das Jahr 2020 (Bezug Jahr, Hauptwort).

Dass:

Ich möchte, dass ihr endlich zuhört (Bezug möchte, Verb).
Ich halte es für unwahrscheinlich, dass es in diesem Jahr schneit (Bezug halte. Verb).

Sträflich vernachlässigt: das Komma

Nachdem wir über die Unterschiede gesprochen haben, die “das” und “dass” trennen, soll noch auf ein häufig nicht korrekt gehandhabtes Phänomen hingewiesen werden, das für beide Sorten “das/s” gilt. Egal, um welches “das/s” es sich handelt, ein Komma möchte schon davor stehen, denn “das/s” in jeglicher Form leitet immer einen Nebensatz ein, der zur besseren Übersicht in der deutschen Sprache durch ein Komma abgetrennt wird. Im Englischen wird das anders gehandhabt, da wird das Komma sparsamer verwendet – aber das nur off the record.

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