Als und wie – wann benutzt man was? – Beispiele & Erklärung

“Als und wie” – Wann benutzen wir als und wann benutzen wir wie? Bei Vergleichen verwendet man entweder wie oder als. Die Frage ist aber wann ist “wie” und wann ist “als” richtig?

Wann wird das Wort ‘als’ benutzt?

Als wird im Deutschen immer dann genutzt, wenn es in einem Vergleich um eine Steigerungsform geht. Immer dann, wenn etwas schneller, schöner, besser, … ist als eine andere Sache, kommt das Wort ‘als’ im deutschen Sprachgebrauch zum Einsatz.

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Beispielsätze hierfür sind:

1. Ich bin größer als du.
2. Mein Bruder ist zwei Jahre jünger als ich.
3. Gestern war das Wetter deutlich besser als heute.
4. Dieser Blauton ist deutlich dunkler als der andere.
5. Das ging schneller als ich dachte.

Wann wird das Wort ‘wie’ benutzt?

Dieses Wort wird in der deutschen Sprache genutzt, um in einem direkten Vergleich eine Gleichwertigkeit auszudrücken. Wir benutzen das Wort ‘wie’ also, wenn wir zum Ausdruck bringen möchten, dass etwas genauso schnell/schön/gut/… ist wie etwas Anderes.

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Beispielsätze hierfür sind:

1. Ich kann das genauso gut wie du!
2. Du hast das gleiche T-Shirt wie meine Schwester.
3. Ich kann mich nicht entscheiden, weil mir dieses Spiel so gut gefällt wie das andere.
4. Ihr seht aus wie begossene Pudel!
5. Der Auftritt war leider nicht ganz so gut wie der letzte.

Ist eine Kombination der beiden Wörter möglich?

In aller Regel ist eine Kombination aus beiden Wörtern innerhalb eines Satzes nicht möglich. Formulierungen wie bspw. ‘meine Zeichnung ist viel besser als wie deine!’ sind daher schlichtweg falsch. Diese Formulierungen haben sich bei manchen Leuten in die Umgangssprache eingeschlichen, sind jedoch grammatikalisch nicht korrekt. Richtig wäre hier folgende Formulierung: ‘Meine Zeichnung ist viel besser als deine!”.

Gibt es Ausnahmen?

Keine Regel ohne Ausnahme – dies gilt auch für diese Regel. Eine Kombination der Wörter ‘wie’ und ‘als’ innerhalb eines Satzes ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich und notwendig, um einen grammatikalisch korrekten Satz zu bilden. Dieser Fall tritt ein, wenn ein Schachtelsatz gebildet wird, der zwei Gleichwertigkeiten beinhaltet und mit ‘als’ (zur Verdeutlichung der Unterschiede der beiden Teilsätze) gekoppelt wird.

Im konkreten Beispiel könnte solch ein Satz wie folgt aussehen:

Diese Rechenaufgabe sieht eher aus wie eine Grundschulaufgabe, als wie eine Abituraufgabe.

Dieser Satz ist grammatikalisch korrekt, da er sich folgendermaßen ausformulieren lässt:

Diese Rechenaufgabe sieht eher aus wie eine Grundschulaufgabe, als dass sie aussieht wie eine Abituraufgabe.

In diesem Satz stecken also gleich drei Vergleiche:

1. Die Rechenaufgabe sieht eher aus wie eine Grundschulaufgabe.
2. Die Rechenaufgabe sieht nicht aus wie eine Abituraufgabe.
3. Eine Grundschulaufgabe sieht anders aus als eine Abituraufgabe.

Schauen wir uns ein weiteres Beispiel an:

Dieses Tier sieht eher aus wie ein Krokodil, als wie eine Schlage.

Ausformuliert würde dieser Satz lauten:

Dieses Tier sieht eher aus wie ein Krokodil, als dass es wie eine Schlange aussieht.

Auch dieser Satz beinhaltet wieder drei direkte Vergleiche:

1. Das Tier sieht eher aus wie ein Krokodil.
2. Das Tier sieht nicht aus wie eine Schlange.
3. Ein Krokodil sieht anders aus als eine Schlange.

Indirekte Ausnahmen

Eine indirekte Ausnahme bei der Satzbildung mit ‘wie’ und ‘als’ entsteht, wenn die Mengeneinheit innerhalb eines Satzes verändert wird, aber dennoch eine gewisse Gleichwertigkeit bestehen bliebt.

Beispiele hierfür sind die Sätze:

1. Gabi ist doppelt so groß wie Inge.
2. Hans verdient nur halb so viel wie Markus.

Obwohl sich die Mengenangaben unterscheiden, werden diese Sätze dennoch mit ‘wie’ gebildet, da die Vergleiche dennoch mit gleichwertigen Mengenangaben gezogen werden. Im ersten Satz also mit der doppelten Größe von Inge und im zweiten Satz mit der Hälfte des Gehalts von Markus.

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